Peter Bell

kiU Salon mit Peter Bell

kiU Salon mit Peter Bell

Montag 18.12.2023: 16.00 bis 18.00 Uhr
Foyer unterm Dome / Moderation Prof. Dr. Marcel Marburger Einlass Dortmunder U 15:45

Die Illusionsmaschine. KI, Kunst und Kreativindustrie

Generative KI schafft Illusionen in vielfacher Hinsicht. Es täuscht Wirklichkeit vor, so dass Menschen nicht mehr unterscheiden können, ob Sie mit einem echten Menschen oder der Maschine reden, ein Foto oder ein generiertes Bild sehen. Es schafft die Illusion beeindruckender neuer Wirklichkeiten und halluziniert allerdings auch illusionäre Fakten (die plausibel klingen, aber letztlich Fehler des statistischen Modells sind). Viele KI-Bilder sind stilistisch perfekt und täuschend, gleichzeitig aber von ihrem Inhalt her oft grundlegend falsch. Gerade wird kontrovers diskutiert, ob KI Kunst schaffen kann, ob sie kreativ ist und konstruktiv oder disruptiv auf Kreativindustrie und Kunstbetrieb einwirkt. Um aber die Leistungen von KI besser einschätzen zu können, müssen die Grenzen herausgearbeitet werden. Das Feld von Illusion und Desillusion versuche ich mit den klassischen Werkzeugen von Gestalttheorie und den Kognitionswissenschaften insgesamt anzugehen: „den optischen Täuschungen im größeren Kontext der Metabilder“ (W.J.T. Mitchell).

Prof. Dr. Peter Bell

Nach einer Steinmetzlehre studierte Peter Bell Kunstgeschichte, Betriebswirtschaftslehre und Graphik & Malerei an der Universität Marburg, 2011 wurde er dort in Kunstgeschichte promoviert. Die Dissertation zu Repräsentationen der Griechen in der italienischen Kunst erarbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 600 „Fremdheit und Armut“ der Universität Trier.

Nach der Promotion forschte er an der Universität Heidelberg im Interdisciplinary Center for Scientific Computing (IWR) sowie als WIN-Kollegiat und Forschungsgruppenleiter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Von 2017 bis 2021 war er Juniorprofessor für Digital Humanities mit Schwerpunkt Kunstgeschichte an der Universität Erlangen und Gründungsmitglied des Departments Digital Humanities and Social Sciences. Er ist Mitglied im DFG-Schwerpunktprogramm: „Das digitale Bild“ und Sprecher im Arbeitskreis digitale Kunstgeschichte.

2021 wurde er als Professor an die Universität Marburg berufen, an der er Kunstgeschichte und Digital Humanities lehrt.

In regelmäßigem Turnus lädt das storylab kiU Gäste aus den Künsten und den Wissenschaften in das Dortmunder U ein, um mit ihnen bei Brot und Wein und im Format eines dialogischen Salons Gegenwart und Zukunft der audio-visuellen Künste zu diskutieren.