ART/WORKS. Werk und Werkstatt im Mittelalter
Die Ausstellung „ART/WORKS. Werk und Werkstatt im Mittelalter“ rückt die Arbeit von Künstler*innen und (Kunst-)Handwerker*innen im mittelalterlichen Dortmund und der Region in den Mittelpunkt. Grundlage bilden schriftliche Quellen, die Auskunft über Rezepturen und Werkstattpraktiken bieten sowie erhaltene Artefakte, wie etwa das in St. Reinoldi bewahrte Taufbecken des Glockengießers Johann Winnenbrock oder das Graduale der Elisabeth von Lünen im Archiv der Propsteikirche, an denen sich Arbeitsspuren und Selbstauskünfte der Meister*innen ablesen lassen.
Die Ausstellung ist das Ergebnis zweier Seminarveranstaltungen, in denen konkrete Arbeitsroutinen und handwerkliches Wissen untersucht wurden: Wie lässt sich dieses Know-how rekonstruieren und heute noch nachvollziehen? Welche Materialien und Werkzeuge waren nötig, und wie wurden sie beschafft? Individuelle werden kollektiven Werkstattstrukturen gegenübergestellt und die Rolle reflektiert, die das Geschlecht oder die gesellschaftliche Stellung in Bezug auf Kunstschaffen vor 1500 spielte.
Bis heute wirkt die in der Renaissance etablierte Trennung von „Handwerk“ und „Kunst“ nach und prägt die Weise, wie Kunstschaffende wahrgenommen werden. Aber wo verläuft die Grenze zwischen Kunstfertigkeit und „hoher“ Kunst, und welche Rolle spielen bei der Einordnung etwa soziale und materielle Bedingungen? Ziel ist es, Dortmunder Kunstwerke in den bleibend relevanten Zusammenhang „Arbeit“ zu stellen und die historischen Entwicklungen ihrer Bewertung herauszuarbeiten. Verständlich und erlebnisorientiert vermittelt das partizipative Konzept mit sinnlich erfahrbaren Stationen zu künstlerischen Arbeitsprozessen aktuelle Forschungsfragen für die städtische Öffentlichkeit.
Leitung:
Prof. Dr. Kirsten Lee Bierbaum, Dr. Kathrin Borgers
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Kirsten Lee Bierbaum
Technische Universität Dortmund
Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft
Emil-Figge-Str. 50
44227 Dortmund
Tel. 0231 755-2978
kirstenlee.bierbaum@tu-dortmund.de
