INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000
Die Ausstellung INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000 trägt einen doppelten Titel.
Seidenstraßen 3000 klingt nach Science-Fiction, nach einem exotischen Ort in einer fernen Zukunft. Tatsächlich sind die Seidenstraßen jedoch nie verschwunden, sondern haben sich lediglich in Form, Umfang und Tempo verändert. Anstelle von Karawanen, die mit kostbarer Seide beladen die Wüsten Zentralasiens durchquerten, transportieren heute Züge, Lkws und Containerschiffe Öl, Getreide, Rohstoffe, Ersatzteile und Industriegüter – die Dinge, aus denen unser tägliches Leben besteht.
Die Ausstellung trägt den Titel INDUSTRIAL, weil diese zeitgenössische Realität in Form eines riesigen, aber weitgehend unsichtbaren Logistiknetzwerks industriell geprägt ist und geopolitische Auswirkungen hat.
Die Ausstellung beginnt im Ruhrgebiet, einer Region, die eng mit dieser Geschichte verbunden ist. Im 19. Jahrhundert war die Ruhr das pulsierende Herz der Industriewelt – eine Wiege des Reichtums, der Armut und des revolutionären Denkens –, bevor der Niedergang des Kohleabbaus und der Stahlproduktion in den 1970/1980er Jahren ihr Schicksal besiegelte. Heute haben Kultur und Logistik einen Strukturwandel eingeläutet, durch den das Ruhrgebiet zu einem westlichen Endpunkt der neuen Transportwege auf der geopolitischen Landkarte wird.
Doch den Warenströmen auf diesen Routen zu folgen, bedeutet auch, den Menschen zu folgen, die sie ermöglichen. Denn hinter jeder Ware, die wir konsumieren, stehen Gesten, Arbeit und manchmal auch Entfremdung. Mit Werken von 23 Künstler*innen aus 16 Ländern, stellt INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000 eine einfache, aber wesentliche Frage: Wer produziert und transportiert das, was wir konsumieren?
Weitere Informationen zur Ausstellung auf der Webseite der Kunsthalle Dortmund hier.
