Ansicht der aus Elektroschrott bestehenden Installation
Krištof Kintera, Postnaturalia, 2016-2017, Mixed-Media Installation, © Krištof Kintera (Foto: Krištof Kintera).

Symposium: Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls

Anlässlich der Ausstellung „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“ im Museum Ostwall (27.03.–26.07.2026) findet am 11. Juni 2026 das internationale Symposium „Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls“ statt.

Müll als Material, Motiv und ästhetische Strategie


Ebenso wie die Ausstellung widmet sich das Symposium den vielfältigen Formen des Umgangs mit Müll in der modernen und zeitgenössischen Kunst. Insbesondere seit den späten 1950er Jahren lässt sich, so argumentiert die Kunsthistorikerin Amanda Boetzkes, ein Trend beobachten: Künstler*innen machen Müll sichtbar und stellen ihn aus, zum einen durch seine Darstellung in Gemälden und Grafiken sowie später auch in Filmen oder Fotografien, zum anderen durch die Nutzung von Müll als künstlerischem Material. Besonders in der zeitgenössischen Kunst entsteht eine Ästhetik des Mülls, die ein Spannungsfeld aufzeigt: Die Ästhetik und Materialität des Mülls regt uns einerseits zum Denken über dessen scheinbare Unsichtbarkeit und die globale Vermüllung an, ist andererseits aber selbst Sinnbild dieser Probleme, die durch den Überkonsum im Kapitalismus entstehen.

Globale Verflechtungen, koloniale Kontinuitäten und Unsichtbarkeit

Insbesondere die ökologischen und sozialen Folgen der Müllproduktion werden seit den 1950er Jahren von Künstler*innen in den Blick genommen und bilden den Ausgangspunkt für Ausstellung und Symposium. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den globalen Zusammenhängen hinter Müllproduktion und Müllhandel. Obwohl der sogenannte Globale Norden Unmengen an individuellem Müll und Industriemüll erzeugt, landet ein Großteil häufig im Globalen Süden. Dort wird Müll neu genutzt, weiterverarbeitet oder auch einfach nur abgeladen. Zugleich entzieht sich Müll am Ort seiner Erzeugung – ebenso wie seine weitere Reise – der öffentlichen Wahrnehmung. Koloniale Kontinuitäten spielen auch in den Wegen des Mülls eine zentrale Rolle.


Mit dem Symposium versammelt das Museum Ostwall aktuelle Forschungsergebnisse zu Müll in der modernen und zeitgenössischen Kunst.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an anmeldungen_mo@stadtdo.de.