Rückblick 2025 und Ausblick auf 2026 im Dortmunder U
Liebe Freund*innen und Besucher*innen des Dortmunder U,
2025 war ein Jahr voller Bewegung, Begegnungen und neuer Perspektiven. Wieder einmal habt ihr das Dortmunder U mit Leben gefüllt – mit Neugier, Gesprächen, Ideen und gemeinsamen Momenten. Gleichzeitig blieb das Haus seinem Anspruch treu, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu begleiten und zur Auseinandersetzung einzuladen.
Kunst, Gesellschaft und Perspektiven
So rückte das Museum Ostwall zu Beginn des Jahres mit der Ausstellung „Künstlerinnen in Expressionismus und Fluxus – Tell these people who I am“ lange übersehene Positionen von Künstlerinnen in den Fokus. Im weiteren Verlauf des Jahres folgten die Installation „Wohin gehen all diese Leute?“ zu Migration und der Zukunft medialer Kunstwerke, sowie die Ausstellung „Am Tisch. Essen und Trinken in der zeitgenössischen Kunst“, die Gemeinschaft, Rituale und soziale Ausschlüsse thematisierte.
Mit der Verleihung des MO_Kunstpreises an das Künstlerinnenkollektiv Guerrilla Girls setzte das Museum Ostwall im Herbst ein deutliches Zeichen. Die anschließende Präsentation im MO_Schaufenster machte noch einmal sichtbar, wie aktuell Fragen nach Gleichberechtigung und Repräsentation im Kunstbetrieb sind.

Auch der HMKV widmete sich 2025 grundlegenden Fragen von Mensch, Gesellschaft und Wandel: Die Einzelausstellung von Silke Schönfeld „You Can’t Make This Up“ verband persönliche Geschichten mit historischen Kontexten, während „Genossin Sonne“ im Herbst poetisch und politisch zugleich nach den Verbindungen von Kosmos, Energie und gesellschaftlichen Umbrüchen fragte.
Junge Perspektiven und partizipative Formate
Auf der uzwei stand das Jahr im Zeichen von Beteiligung und Zukunftsfragen. Den Auftakt machte das interaktive Projekt „Lost and Found“, in dem Kinder und Jugendliche sich mit Orten, Erinnerungen und dem Wiederfinden beschäftigten. Es folgten die partizipative Ausstellung „Urban Trash Transformation“, die künstlerische Zugänge zu Nachhaltigkeit eröffnete, sowie „Roots in Motion“, eine interdisziplinäre Schau junger afrikanischer und afro-diasporischer Künstler*innen. Mit „Solarpunk“ rückten ab Herbst schließlich utopische Entwürfe für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft in den Mittelpunkt.
Veranstaltungen, Austausch und digitale Impulse
Neben den Ausstellungen prägten auch große Veranstaltungen das Jahr: Der Internationale Museumstag, die ExtraSchicht und die DEW21 Museumsnacht machten das Dortmunder U zu einem lebendigen Treffpunkt für Kultur, Austausch und Mitmachen – im gesamten Haus und darüber hinaus. Mit Formaten wie dem Sommer am U, dem Familiensonntag, dem Kleinen Freitag und dem Kino im U wurde das Dortmunder U auch im Alltag immer wieder zum offenen Ort für unterschiedliche Generationen und Interessen.

Die Abteilung „Digitale Kultur“ setzte dabei wichtige Akzente. Workshops im Koproduktionslabor, der Immersive Raum von page21 und das Fassadenmapping „What’s Beyond That Wall“ zeigten, wie digitale Technologien neue Erzählformen und gemeinsame Erfahrungen ermöglichen.
Wissenschaft, Kunst und Dialog auf dem Campus Stadt
Der Campus Stadt der TU Dortmund bot 2025 erneut vielfältige Einblicke in Forschung, Lehre und künstlerische Praxis. Ausstellungen zu naturwissenschaftlichen, gesellschaftlichen und künstlerischen Fragestellungen machten deutlich, wie eng Wissenschaft, Kreativität und öffentlicher Dialog miteinander verbunden sind. Ein Highlight war der „Rundgang Kunst“ bei dem Studierende jedes Jahr zum Abschluss der Vorlesungszeit des Sommersemesters herausragende künstlerische Arbeiten der Fotografie, der Graphik, der Malerei und der Plastik präsentieren.
Ausblick 2026: 100 Jahre Dortmunder U
Nach diesem vielfältigen Jahr richtet sich der Blick nach vorn: 2026 feiert das Dortmunder U seinen 100. Geburtstag. Was 1926 als Kellereihochhaus der Union-Brauerei begann, ist heute ein offenes Haus für Kunst, Kultur, Bildung und gesellschaftlichen Austausch. Dieses Jubiläum wollen wir nicht an einem einzelnen Tag begehen, sondern über ein ganzes Jahr hinweg gemeinsam feiern.
Ein besonderer Höhepunkt wird die große Geburtstagsparty zum Auftakt des Sommer am U am 7. Juni 2026 sein. Ab dem Sommer ergänzt ein vielfältiges Jubiläumsprogramm mit Ausstellungen, Aktionen und Veranstaltungen aller Institutionen im Haus diesen Auftakt. Geplant sind neue künstlerische Perspektiven auf die Geschichte und Gegenwart des Dortmunder U, besondere Vermittlungsformate für unterschiedliche Zielgruppen sowie zahlreiche Gelegenheiten, das Haus neu oder wiederzuentdecken.

2026 markiert auch programmatisch einen Einschnitt: Im Februar endet nach fast drei Jahren die Sammlungspräsentation „Kunst → Leben → Kunst. Das Museum Ostwall gestern, heute, morgen“. Im September eröffnet das Museum Ostwall eine neue Sammlungspräsentation mit verändertem Schwerpunkt. Ebenfalls im Februar startet auf der uzwei das partizipative Projekt „GEISTERBAHN – Fahrt ins Ungewisse!“, bei dem junge Menschen zwischen 15 und 21 Jahren eigene Ideen und Kunstwerke entwickeln. Im März folgt mit „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“ eine neue Sonderausstellung des Museum Ostwall, die sich aus künstlerischer Perspektive mit globalen Kreisläufen, Konsum und Verantwortung auseinandersetzt.
So freuen wir uns auf ein Jubiläumsjahr, das Raum für Rückblicke und Ausblicke bietet – und darauf, gemeinsam mit euch zu feiern, zu diskutieren und weiterzudenken.
Wir wünschen euch erholsame Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2026!