Intention:Immersion

Intention:Immersion ist eine neue Eventreihe, die den Zuschauer*innen ein Eintauchen in die vielschichtige Welt der digitalen Kunst ermöglicht. Die Veranstaltungsreihe bietet Performances, Talks, Installationen, Open Calls, Führungen und Workshops zu digitaler Kunst, die im Fulldome und im Immersiven Raum page21 im Foyer des Dortmunder U stattfinden.

Immersion bedeutet das Eintauchen in eine andere Umgebung, sowohl körperlich als auch geistig. Der Mensch kann in andere Dimensionen und Fantasiewelten versinken. Die Geschichten und Erzählungen innerhalb von Intention:Immersion verbinden den Menschen mit Kunst, Technik, Wissenschaft und der Menschheit. Die Zuschauer*innen können kollektive immersive Erfahrungen machen, Eindrücke werden geteilt und digitale Räume integrativer und zugänglicher gemacht. 

Intention:Immersion will einen Raum schaffen, um neue Ideen zu entwickeln, zu lernen sowie Diskussionen über digitale Kunst und Technologie zu führen. Dabei ist es das Ziel, etablierte und neue Künstler*innen im Dortmunder U zu fördern und mit ihnen im Bereich der digitalen Kunst zusammenzuarbeiten. Wir betrachten den Fulldome, den immersiven Raum und das Foyer als wichtige und einzigartige Bestandteile des Dortmunder U und möchten deren Möglichkeiten nutzen, um eine innovative Herangehensweise zum Thema Immersion den Kulturbesucher*innen in Dortmund näherzubringen. 

Programm zur Extraschicht am 01.06.24

18:00 bis 02:00 page21. Immersiver Raum

18:30 Aktionsführung: page21. Immersiver Raum

19:00 Performance: Glitch:Jam

20:00 Fulldome Film: total.Sense

20:30 Perfomance: Zwecklosigkeit heiligt den Aufenthalt

21:00 Aktionsführung: page21. Immersiver Raum

22:00 Performance: Zwecklosigkeit heiligt den Aufenthalt

23:00 Fulldome Film: total.Sense

23:30 Performance: Glitch:Jam

page21 Aktionsführung

Die Aktionsführung von page21 setzt sich auf mehreren Ebenen mit dem Gemälde „Großer Zoologischer Garten“ von August Macke auseinander. Dabei wird das Wahrnehmungserlebnis des originalen Kunstwerks in der Sammlungspräsentation des Museum Ostwall mit der interaktiven Interpretation des Werks in der Ausstellung „Kopfüber in die Kunst“ und der digitalen Interpretation im Immersiven Raum verbunden. Inspiriert von dieser Aktion können eigene analoge und digitale Zeichnungen angefertigt werden.

Glitch:Jam

Poesie, Live Coding, Live Musik

Flor de Fuego, Jasmin Meerhoff, Georgia Koumará

Fehler gelten als etwas Unerwünschtes in unserem täglichen Leben, ebenso wie in unseren Programmen und Algorithmen. Zugleich schaffen Glitches die Rahmenbedingungen für die Entstehung neuer Bedeutungsweisen. Glitches können dabei helfen, winzige Passagen zu anderen Welten zu bauen, sie sind winzige Geister in der Maschine, die ohnehin nur fehlerhaft funktioniert. Das Unerwartete birgt Überraschung, Entfaltung und Kreativität in sich. Können Glitches eine Möglichkeit sein, das Undefinierte, Unausgesprochene, Verborgene auszudrücken? 

Dies ist eine Jam-Glitch-Performance als Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen und Sprachen, wie visuelle Poesie, Live-Instrumente und Live-Coding.

Jasmin Meerhoff (*1985) schreibt und produziert computergestützte Poesie, Musik und anderes (als nervousdata) — mit besonderem Interesse an den Nutzungs- und Produktionsbedingungen von Technik und Technologie. Ihre künstlerische Arbeit findet Ausdruck in verschiedenen Formaten: Konkrete Poesie, Audioexperimente, Live-Coding-Performances und kleine Computerprogramme. Sie studierte Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar und war wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Jasmin Meerhoff lebt in Freiburg im Breisgau.

Georgia Koumará (*1991 in Thessaloniki) studierte Musiktheorie und Komposition in Thessaloniki bei Michalis Lapidakis sowie in Köln bei Johannes Schöllhorn und Michael Beil. Sie vermittelt ihre Gedanken durch Klang, Zeichnung, Körpergesten, Unvorhersehbarkeit und dicke Schichten von Geräuschen. In ihrer Musik ist sie fasziniert von der Erforschung der Beziehungen zwischen konzeptioneller, wahrnehmbarer und quantifizierbarer Zeit. Es macht ihr Spaß, mit anderen zusammenzuarbeiten und improvisatorische Elemente in ihre Werke einzubauen. Die Komplexität des menschlichen Gehirns und der menschlichen Existenz fasziniert sie. Sie verwendet viel Zeit darauf, den nächsten fragilen Moment zu finden und mit Synthesizern zu experimentieren.

Florencia Alonso (*1991) (Flor de Fuego) ist eine in Deutschland lebende argentinische Künstlerin für digitales Handwerk. Sie arbeitet hauptsächlich mit Programmierung und Live-Coding, um performative Erfahrungen zu schaffen. Ihre Forschung umfasst Konzepte wie den Körper, den Raum, Code und das Chaos. Sie hat an mehreren lokalen und internationalen Festivals teilgenommen, sowohl in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen als auch einzeln, wie z.B. MUTEK Montreal/Spanien/Argentinien, Node Forum Digital Arts, Die Digitale Düsseldorf, ICFP Ljubljana, Digital Art Zürich. Sie ist Alumni der Akademie für Theater und Digitalität und Teammitglied des Digitalen Koproduktionslabors.

total.Sense

Fulldome POV Animation Film

Michael Nguyen, Laurin Bürmann

„totalSense“ ist ein 15-minütiger 360-Grad First-Person-Film für Fulldome, der lose auf Ted Chiangs Kurzgeschichte „Understand“ basiert. 

Der Film spielt in der nahen Zukunft und handelt von dem Protagonisten Leon, dessen Gehirn im Rahmen einer Versuchsreihe mit einem Mikrochip verbunden wird, woraufhin er seine Umwelt intensiver wahrnimmt. Sind seine Sinne anfangs geschärft, verfällt er nach und nach in audiovisuelle Rauschzustände – zum Teil synästhetische bis hin zu außersinnlichen  –, die sich von der menschlichen Wahrnehmung immer stärker abheben. Im Zuge dieser Entwicklung distanziert sich Leon zunehmend vom Menschsein – verbalisiert durch innere Monologe – und bricht am Ende aus seinem Umfeld aus.  Die Ereignisfolge weist dabei Parallelen zu diversen Zukunftsmodellen einer sich vom Erschaffer emanzipierenden Künstlichen Intelligenz auf, sodass es im Unklaren bleibt, ob es sich bei der Hauptfigur selbst um eine KI handelt. Dadurch stellt sich die Grundfrage des Films, welche Folgen technische Optimierungen auf das Selbstbild des Menschen haben.

Michael Nguyen (*1992) ist Sound Designer und Creative Coder und seit 2023 im Team des Digitalen Koproduktionslabors. Seit 2016 ist er freiberuflich in der Filmton-Postproduktion tätig, wobei seine Hauptarbeitsfelder das Sound Effects sowie das Dialogue Editing umfassen. In dieser Zeit hat er u. a. in einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit den RuhrSoundStudios an diversen nationalen wie internationalen Kinofilmen, TV-Produktionen, Serien und Dokumentationen mitgearbeitet.

Daneben wirkte er als freier Mitarbeiter des storyLab kiU an mehreren Fulldome-Projektionen und Fassaden-Mappings mit. Er schloss sein „Film & Sound“ Studium an der Fachhochschule Dortmund 2017 mit dem Bachelor und den konsekutiven Master „Sound“ im Jahr 2022 ab. Seine filmwissenschaftliche Bachelorthesis „Subjektivierung und Traumdarstellung im Filmton“ wurde dabei als beste Abschlussarbeit des Fachbereichs ausgezeichnet.

Seit einigen Jahren beschäftigt er sich ebenso mit Programmierung, insbesondere Creative Coding. So beherrscht er Node-basierte Programmierumgebungen wie Max/MSP genauso wie klassisches textbasiertes Coding z. B. in Unity oder Processing.


Laurin Bürmann (*1993) ist ein 3D Artist/Motion Designer und Teil des Digitalen Koproduktionslabors. Der Fokus seiner Arbeit bezieht sich auf den digitalen dreidimensionalen Raum und seine Möglichkeiten: von 3D-Scans, über Echtzeit-Game-Engines bis hin zu VFX-Animationen. Er nutzt 3D-Programme wie Cinema 4D, Maya, Blender und Houdini und arbeitet außerdem mit interaktiven Programmen wie der Unreal Engine oder Unity. Laurin Bürmann absolvierte ein Kommunikationsdesign Studium an der Fachhochschule Dortmund (BA). Er arbeitete drei Jahre als 3D-Artist für das storyLab kiU. Außerdem war er als freischaffender 3D-Artist, Motion Designer, Filmer und Grafikdesigner tätig und entwickelte eigene künstlerische Arbeiten, die unter anderem im Dortmunder U ausgestellt wurden.

Zwecklosigkeit heiligt den Aufenthalt

Audiovisuelle Improvisation

Fabian Bentrup, Ruben Philipp

In „Zwecklosigkeit heiligt den Aufenthalt“ — entworfen für den Fulldome im
Dortmunder U — untersuchen Fabian Bentrup und Ruben Philipp die Kanten
und Fransen (im-)materieller Interaktionsmechanismen. Objekte, Instrumente und
Elektronik markieren und strukturieren einen Raum, der nur tastend zu
erschließen sein kann. Diesem Wagnis stellt sich die audiovisuelle
Improvisation.

Fabian Bentrup (*1987) beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Determinismus und Improvisation, Raum als kompositorischer Kategorie und algorithmischen Verfahren. Seit 2018 studiert er Sounddesign an der Fachhochschule Dortmund Dortmund und seit 2022 Integrative Komposition an der Folkwang Universität der Künste Essen.

Ruben Philipp (*1996 in Dortmund), studiert — nach Ausflügen in die
Philosophie, Informatik, in die Geschichtswissenschaften und die Soziologie – Elektronische Komposition am Institut für Computermusik und Elektronische Medien der Folkwang Universität der Künste Essen. In seiner Arbeit beschäftigen ihn topologische Strukturen, Architekturen des Klanglichen sowie Prinzipien und Potentiale ästhetischer Prozesse.