Videostill von der Performance Patchwork von Nezaket Ekici
© Nezaket Ekici, Patchwork, Videostill by Branka Pavlovic, Julian David Bolivar

MO_Kunstpreis

Der MO_Kunstpreis wird seit 2014 jährlich durch die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben.

Ziel ist es, den Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Bereich Fluxus kontinuierlich zu erweitern und zu stärken und auch zeitgenössischen Entwicklungen dieser Kunstform Rechnung zu tragen. Durch gewichtige Ankäufe, Schenkungen und Ausstellungen ist das Museum Ostwall im Dortmunder U in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Institution für Fluxus und verwandte Kunstformen geworden. Die Auswahl des Preisträgers / der Preisträgerin folgt den folgenden Grundsätzen:

  1. Der MO_Kunstpreis wird mit dem Ziel vergeben, die Sammlung des Museums zu aktualisieren und damit Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die in ihren Werken, Ideen sowie performativen Arbeiten die Bewegung von Dada, Pataphysik, Fluxus und Konzeptkunst aufgreifen und lebendig halten.
  2. Der MO_Kunstpreis in Höhe von 20.000 Euro (zu gleichen Teilen von den Kulturbetrieben der Stadt Dortmund und den Freunden des Museums Ostwall gestiftet) soll jedes Jahr vergeben werden und ist offen für alle künstlerischen Medien.
  3. Das mit dem Preisgeld angekaufte Werk soll die Sammlung von Dada/Fluxus im Museum Ostwall erweitern und stärken.
  4. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird mit ihren/seinen Arbeiten in der Ausstellungsreihe „MO_Schaufenster“ vorgestellt.

Die Jury setzt sich wie folgt zusammen:

  • Der/die Direktor/-in des Museums Ostwall oder sein/-e Vertreter/-in
  • Ein vom Vorstand der Freunde des Museums Ostwall e. V. zu bestimmendes Mitglied
  • Die Kuratorin der Museumssammlung
  • Ein Beiratsmitglied bzw. ein Mitglied der Freunde
  • Eine Museumsleitung der Ruhr Kunst Museen
  • Ein/-e Vertreter/-in der TU Dortmund
  • Ein Fluxus-Experte

MO_Kunstpreis 2026

MO_Schaufenster #42: Nezaket Ekici: Was bleibt, was wird
MO_Kunstpreis 2026 für Nezaket Ekici

Persönliche Erinnerungen, kollektive Erfahrungen und gesellschaftliche Fragestellungen: Nezaket Ekici verbindet in ihrer Kunst das Private mit dem Politischen. Die Ausstellung Schaufenster #42 im Museum Ostwall präsentiert Werke, in denen Migration, kulturelle Zugehörigkeit, Geschlechterrollen, Körperbilder und Alterungsprozesse ein Geflecht aus Erinnerungen, Erfahrungen und fortwährender Transformation bilden. Im Mittelpunkt stehen Wandel, Selbstbestimmung und die Frage, wie Zugehörigkeit immer wieder neu entsteht und ausgehandelt wird.

Nezaket Ekici während ihrer Performance Kaffeeklatsch.
Nezaket Ekici, Kaffeeklatsch, Photoedition 2019, Foto: Julian David Bolivar

In Papas Poem rezitiert die Künstlerin ein Gedicht ihres Vaters, Eingebildeter Europäer, das die Erfahrungen der sogenannten „Gastarbeiter*innen“, die in den 1960er Jahren nach Deutschland kamen, sowie den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen thematisiert. Humorvoll setzt sich Kaffeeklatsch mit einem deutschen Gesellschaftsritual auseinander: Gekleidet in verschiedene Trachten sitzt die Künstlerin mit sich selbst bei Kaffee und Kuchen und hinterfragt Vorstellungen von Zugehörigkeit, Tradition und gesellschaftlichen Rollen. Patchwork ist eine Reflexion über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Ein Kleid wird zerschnitten und neu zusammengesetzt – die Umwandlung des Materials wird zum Sinnbild für Veränderung und die Offenheit persönlicher Lebenswege. Menopause rückt die körperlichen Veränderungen der Wechseljahre und des Älterwerdens in den Fokus – nicht als Verlust, sondern als selbstverständlichen Teil eines natürlichen Lebensprozesses.

So entsteht das vielschichtige Porträt einer Künstlerin, die ihren eigenen Körper und ihre Lebensgeschichte als Ausgangspunkt nutzt, um universelle Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit, Wandel und Selbstbestimmung zu verhandeln.

Zur Verleihung des diesjährigen MO_Kunstpreises durch die Freunde des Museums Ostwall e.V. an Nezaket Ekici am Sonntag, den 11. Oktober 2026, 11:30 Uhr, laden wir Sie herzlich in das Kino im Erdgeschoss des Dortmunder U ein.

Im Anschluss an die Preisverleihung wird die Ausstellung MO_Schaufenster #42: Nezaket Ekici: Was bleibt, was wird eröffnet.

Historie

MO_Kunstpreis 2025
MO_Kunstpreis 2024
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MO_Kunstpreis 2014